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Samstag, 19. März 2016

ISO 9001:2015, ISO 31000:2009: Unglückliche ISO Definitionen von Risiko (und Chance)

Definition von Risiko ...

... in ISO 9001:2015
0. Einleitung
0.3 Prozessorientierter Ansatz
0.3.3 Risikobasiertes Denken

(A) „Risiko ist die Wirkung von Ungewissheiten und jede dieser Ungewissheiten kann positive oder negative Auswirkungen haben.“

Definition von Risiko ...

... in DIN E ISO 31000
2. Begriffe
2.1 Risiko

(B) „Risiko ist die Wirkung von Ungewissheit auf Ziele.“ 

Es ist höchst merkwürdig, dass verschiedene ISO Normen verschiedene Definitionen liefern.
Beide Definitionen (A) und (B) sind weder theoretisch fundiert noch praktisch nützlich.

zu (A):
Allein Unsicherheit bewirkt nichts. Unsicherheit löst nur eine unbedingte Beziehung zwischen Ursache und Wirkung in eine durch Unsicherheit bedingte Beziehung auf. Von Ursache ist in dieser Definition keine Rede. Allenfalls deutet diese Definition an, dass Risiko eine "zweiparametrige" Größe mit den Komponenten "Ungewissheit" und "Wirkung" ist.

zu (B):
Ziele sind imaginäre, ausgewählte, zukünftige, vorzugswürdige Zustände, auf die Ungewissheit keine Wirkung hat.

zu (A) und (B):
Ursachen haben durch Ungewissheit bedingte Wirkungen auf Ergebnisse. Ist die Ursache eine Gefahr, gibt es das Risiko einer möglichen negativen Abweichung des Ergebnisses von seinem Ziel. Ist die Ursache eine Gunst, gibt es die Chance einer möglichen positiven Abweichung des Ergebnisses von seinem Ziel.
Lassen wir die Ursache (Gefahr oder Gunst) auf einen Wert wirken, folgen daraus möglicherweise Schaden oder Nutzen bzw. möglicher Verlust oder Gewinn.

Damit sind wir bei einer Definition von Risiko (und Chance) im Bild einer Ursachen-Wirkungs-Beziehung, die durchaus in Normtexten der ISO (z. B. DIN EN ISO IEC 31010) dokumentiert sind. Warum nutzt die ISO nicht ihre eigenen Verfahren?





Freitag, 11. September 2015

Die Perspektive "Zukunft" bei Risiko und Chance

Wenn wir uns - aus der Perspektive Risiko und Chance - mit der ungewissen Zukunft befassen, dann nutzen wir die folgenden vier Sachen Sachverhalte, um uns diese Zukunft vorzustellen:

1. Szenario: Eine Vorstellung von der Zukunft.

2. Prognose: Eine Vorhersage eines Zustands in der Zukunft.

3. Ziel: Ein geplanter, ausgewählten, vorzugswürdiger Zustand in der Zukunft.

4. Ergebnis: Ein erreichter Zustand in der Zukunft.

5. Ergebnis erreicht: Ein erreichter Zustand aus der Vergangenheit.

Der fünfte Sachverhalt ist nur der Vollständigkeit wegen aufgeführt und ist für die Thematik ohne Bedeutung.  

Szenario, Prognose, Ziel und Ergebnis sind vier verschiedene Sachen. Sie liegen in der Zukunft und sind damit virtuell und imaginär.

Eine Vorstellung (hier in Verbindung mit Szenario) ist eine bildliche und gedankliche Vorwegnahme von Merkmalen des Zustands der Zukunft und ihrer Ausprägung.  

Ein Zustand (hier in Verbindung mit Prognose, Ziel und Ergebnis) in der Zukunft ist eine Begrenzung auf auf eine Sache oder auf einen Sachverhalt. Ein Zustand wird bezüglich seiner Merkmale und deren Ausprägung durch Worte qualitativ oder halbquantitativ beschrieben und durch Zahlen quantitativ bewertet.