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Dienstag, 7. Februar 2023

Energieresilienz und -sicherheit in der ISO 50001:2015 bei Energiewende und Energiekrise

 

ISO 50001:2018 Defizit bei Begriffen und Anforderungen

 

Im Zusammenhang mit der „Energiewende“ – der Änderung des Energiemix der Energieformen und in Zusammenhang mit der „Energiekrise“ – der Risikolage der Energieverfügbarkeit und Energieversorgung implementieren viele Organisationen in ihrem Energiemanagement eine entsprechendes Risikomanagement. 

 

Die aktuelle Version der Norm ISO 50001:2018 hat dazu leider Defizite, da sie diese Thematik ignoriert. Das ist kein Problem, da Anforderungen von ISO-Managementsystemen immer Mindestanforderungen sind; es kann immer „mehr“ gemacht werden. 

 

So sollten zwei Begriffe in das Vokabular der ISO-Norm aufgenommen werden und im Energiemanagement als wesentliche Entscheidungs- und Handlungsbereiche aktiviert werden:

 

Energieresilienz

 

„Energieresilienz ist die Fähigkeit, erwartete und unerwartete Abweichungen von der Energie- und Leistungsplanung zu vermeiden, sich darauf vorzubereiten, (die Folgen) zu minimieren, sich anzupassen und sich von ihnen zu erholen, um die Energieverfügbarkeit und -zuverlässigkeit zu gewährleisten, die ausreicht, um den Bedarf zu erfüllen.“ 

 

Zusammen sorgen Energieresilienz und Energiesicherheit für eine gesicherte Energieversorgung

 

Energiesicherheit

 

„Energiesicherheit ist gesicherter Zugang zu zuverlässigen Energielieferungen und die Fähigkeit, genügend Energie zu bereit zu stellen und zu liefern, um die Anforderungen zu erfüllen“. 

 

Zusammen sorgen Energieresilienz und Energiesicherheit für eine gesicherte Energieversorgung


Donnerstag, 19. April 2012

DIN EN ISO 50001:2011


Der sichere Weg zur zertifizierfähigen Dokumentation.

Die Norm hat - wie in vielen Normen der ISO zu finden - einen sogenannten Anhang A (informativ). In einigen Normen wird dieser Anhang selten gelesen, weil er mit dem Prädikat (informativ) suggeriert, er habe nicht mit dem zertifizierfähigem Hauptteil der Norm zu tun. Bei der DIN EN ISO 50001:2001 ist dieser Anhang der Schlüssel zur einfachen Umsetzung, denn er trägt im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung den Titel "Anleitung zur Anwengung dieser Internationalen Norm":

Man baue die Energiemanagementdokumentation exakt als Spiegelbild der Norm auf und nummeriere die Abschnitte der Dokumentation wie die Abschnitte der Norm. von 1 bis 4.7.3. Man nehme den Text des jeweiligen Abschnitts des Anhangs A der Norm, formuliere das DIN Normdeutsch in journalistisches Deutsch (falls ein Journalist zur Hand) oder in dudenkonformes Deutsch (falls ein Germanist zur Hand) oder in GermanMarketSpeech (falls ein Werbetexter zur Hand) um und reichere mit einem Dutzend "energetischer" Fakten des bezogenen Unternehmens an. Fertig ist die Dokumentation. Na ja nur fast, denn es ist sehr wohl inhaltlich über Energieplanung, Energiekennzahlen, ernergetische Ausgangsbasis, Energiepolitik nicht nur nachzudenken, sondern auch zu entscheiden und zwar unternehmerisch.

p. s. Man sollte mit dieser Arbeit an der Dokumentation keinen Ingenieur oder Physiker betrauen, denn beim Normbegriff "Energieleistungskennzahl" wird deren enges Verständnis von Energie und Leistung drastisch erweitert ...   

Mittwoch, 22. Februar 2012

DIN EN ISO 50001:2011 / Energiemanagement - natürlich nur integriert

Die ersten Zertifizierungen von Energiemanagementsystemen EnMS nach der neuen Norm DIN EN ISO 50001:2011 „Energiemanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung" liegen vor. Selbst erlebte Erfahrungen aus der Beratung ...

Um es auf den Punkt zu bringen:
Ein Energiemanagement nach den Anforderungen dieser Norm auf- und umzusetzen macht nur Sinn in einer Integration mindestens mit einem Umweltmanagementsystem nach der Norm DIN EN 14001:2009. Eine singuläre oder partikulare Umsetzung macht keinen Sinn.

Der Grund ist einfach:
Energieumwandlung ist in den meisten relevanten und praktischen Fällen immer mit einer Umwandlung von Stoffen und mit einem Austausch von Stoffen mit der Umwelt verbunden. Dazu kommt noch ein Energieaustausch mit der Umwelt, wenn der Wirkungsgrad der Maschine, die Energie umwandelt (z. B. ein Motor oder ein Ofen), nicht 1.0 ist (Wo ist er das schon außerhalb des Labors?). Das heißt, einen solchen Energieumwandlungsprozess zu managen bedeutet auch einen Stoffumwandlungs- und austauschprozess zu managen. Man denke nur an die Umwandlung von chemischer Energie (stoffgebunden an fossile Kohlenwasserstoffe) in thermische Energie (stoffgebunden an ein Speicher- oder Transportmedium) durch Verbrennung, die Kohlendioxid und Wasser (plus etwas schweinische Chemie i. d. Praxis) als stoffliche Produkte liefert. Die Energieumwandlung ist mit einem Stoffaustausch mit der Umwelt untrennbar verbunden. So wie die Managementsysteme zu Energie und zu Umwelt miteinander verbunden sind. Ähnliche Betrachtungen gelten für alle anderen relevanten und praktischen Energieumwandlungen. Folglich gehört zu jeder Energieplanung in einem Energiebudget  auch eine Stoffplanung in einem Stuffbudget! Das Energiebudget und das Stoffbudget sind in der Praxis nur zusammen sinnvoll zu erstellen.

Um den Punkt noch weiter zu treiben:
Eine Energieumwandlung dient einem bestimmten Zweck. Der bestimmte Zweck wirtschaftlicher Natur ist es, Werte durch Nutzen für Interessierte zu schaffen. Und schon ist die Perspektive offen für Qualitätsmanagement und natürlich für finanzielles Wertemanagement.

Es ist nicht verflixt, sondern es ist vernetzt:
Energie, Umwelt, Qualität, (finanzielle) Werte. Da bringt ein singuläres oder partikuläres Management einer dieser Sachverhalte nichts. Schon gar nicht, ein Energiemanagement nach der neuen Norm ISO 50001. Und die ISO bringt in der Norm nichts anderes mit, als nur diesen Anhang B (informativ) der Norm ISO 50001 zur Übereinstimmung einiger der üblichen bekannten und verdächtigen Normen. Gemacht offenbar nicht für die Praxis sondern für die Zertifizierung.

Um den Punkt auf den Punkt zu bringen:
Es ist ein Risiko, die Norm ISO 50001 so wie sie ist für sich einsam und allein umzusetzen! Unabhängig davon, ob der Zertifizierer PDCA und kvp nach der Deutungshoheit der Experten wiederfindet. Und noch ein Punkt auf den Punkt: Die ISO 9001:2008 hat dieses Kapitel 6 "Management von Ressourcen". Da liegt einer (von mehreren) Schlüsseln zur Integration ...

Samstag, 4. Februar 2012

Management ISO / 9001 / 14001 / 50001 / Compliance Management

Die allseits beliebten und bekannten "normierten" Managementsysteme
  • ISO 9001: Qualität
  • ISO 14001: Umwelt
  • ISO 50001: Energie 
haben zu ihrem jeweiligen spezifischen Sachverhalt, dessen Management sie standardisieren, eine Aussage zur Verantwortung für die Einhaltung von Gesetzen und gesetzesähnlichen Regularien:

ISO 9001: In Abschnitt 5 "Verantwortung der Leitung" /  5.1 "Selbstverpflichtung der Leitung" / 5.1. a) "...

ISO 14001: In Abschnitt 4. "Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem" / 4.3 "Planung" /
4.3.2 "Rechtliche Verpflichtungen und andere Anforderungen"

ISO 50001: In Abschnitt 4. "Anforderungen" / 4.4 "Energieplanung" / 4.4.2 "Rechtliche Vorschriften und andere Anforderungen", sowie in Abschnitt 4. "Anforderungen" / 4.6 "Überprüfung der Leistung" / 4.6.2 "Bewertung der Einhaltung rechtlicher Vorschriften und andere Anforderungen"

Diese Aussagen sind Anforderungen der Normen (die Normen sind Anforderungsnormen) und begründen jeweils in den spezialisierten Managementsystemen ein ebenso spezialisiertes Compliance Management.

D. h:. Ein zertifiziertes Managementsystem zertifiziert der Organisation, dass die einschlägigen Gesetze entsprechend der einschlägigen Ausführung beachtet und / oder eingehalten werden. Das ist kein juristisch hoch belastbares Konstrukt ... / Was ist ein solches Zertifikat wert ...