Samstag, 28. Januar 2012

Qualitätsmanagement / ISO 9001 / Corporate Governance

In den Abschnitten der Internationalen Norm ISO 9001:2008, die selten oder nie gelesen werden, stehen unverhohlen rudimentäre Bezüge zu Corporate Governance. Wenn Coporate Governance als das Ensemble von normativen Grundlagen des Managements des Unternehmens verstanden wird, dann greift die Norm DIN EN ISO 9001:2008 "Qualitätsmanagementsysteme - Anforderungen"  in ihrem Abschnitt 5 "Verantwortung der Leitung" / 5.1 "Selbstverpflichtung der Leitung" ein Konzept von Corporate Governance auf. Die Norm macht Governance ohne den Begriff Governance zu erwähnen am Begriff der Verantwortung fest. Das ist kein umfassendes oder gar vollständiges Konzept, sondern nur ein kleiner, ein winziger aber wichtiger Teil von Governance. In Bezug auf Qualität ordnet dieses Konzept die Verantwortung für die Qualität der Leitung zu.


positiv: Auch innerhalb von ISO-Normen für Managementsysteme gibt es Governance Konzepte.
negativ: Governance Konzepte in ISO-Normen für Managementsysteme sind weder vollständig noch gut zu finden noch als solche gekennzeichnet.

Risikomanagement / ISO 31000 / Corporate Governance


In den Abschnitten der Internationalen Norm ISO 31000:2009 "Risikomanagement - Grundsätze und Leitlinien", die selten oder nie gelesen werden, stehen unverhohlen rudimentäte Bezüge zu Corporate Governance. Wenn Coporate Governance als das Ensemble von normativen Grundlagen des Managements des Unternehmens verstanden wird, dann stehen in Abschnitt 3 "Grundlagen" der Norm ISO 31000:2009 ein paar Fragmente, die damit zu tun haben:

Grundsatz 3h) Risikomanagement berücksichtigt Human- und Kulturfaktoren.
Grundsatz 3i) Risikomanagement ist transparent und grenzt nicht aus.

Einige weitere Grundlagen dieses Abschnitts 3 können mit Wohlwollen als Interpretation von Corporate Governance im Zusammenhang mit Risikomanagement gesehen werden.
Für ein konkretes und praktikables Ensemble von Corporate Governance Grundsätzen sind diese Grundsätze aus der Norm ISO 31000:2009 für das Unternehmen spezifisch zu formulieren.

In Abschnitt 4 "Risikomanagementrahmen" wird im Unterabschnitt 4.2 "Mandat und Verpflichtung" empfohlen, die Kultur der Organisation mit der Risikomanagementpolitik in Einklang zu bringen. Auch das ist ein Aspekt von Corporate Governance.

Im Anhang A.3.4 wird die "kontinuierliche Kommunikation" explizit als Merkmal von einer guten Führung (Governance) empfohlen. Der Begriff "Governance" wird explizit genannt und auf deutsch mit "guter Führung" übersetzt.

Und last not least: Überall, wo auf Verantwortung verwiesen wird, geht es um Corporate Governance.

positiv: Auch innerhalb von ISO-Normen für Managementsysteme gibt es Governance Konzepte.
negativ: Governance Konzepte in ISO-Normen für Managementsysteme sind weder vollständig noch gut zu finden noch als solche gekennzeichnet.

Dienstag, 10. Januar 2012

Risikomanagement Seminare Steinbeis-Transferzentrum Risikomanagement

Ich biete über mein Steinbeis-Transferzentrum Risikomanagement im Jahr 2012 die folgenden Seminare an:

Generische Grundlagen:
- S01 Konzepte Risikomanagement

Unternehmerische Praxis:
- S02 Umsetzungen Risikomanagement

Neue Impulse:
- S03 Qualitätsmanagement
- S04 Projektmanagement
- S05 Innovationsmanagement
- S06 Wissensmanagement
- S07 Krisenkommunikation
- S08 Balanced Score Card
- S09 Norm DIN EN 9100
- S10 Integration
- S11 Norm ISO 31000

Weitere Informationen:
> Link zur den Seminaren: <

Weitere Themen, z. B.:
- Informationssicherheit (Normen IEC ISO 2700X)
- Risiken Medizinprodukte (Normen DIN EN ISO 14971 / DIN EN ISO 13485)
- Risikobeurteilung mit MS Excel (z. B.: Monte Carlo Modellrechnungen)
sind auf Anfrage möglich.

Dienstag, 3. Januar 2012

Risiko ist die Wirkung von Unsicherheit auf Ziele ...

... so die Definition nach Abschnitt 2.1 der Internationalen Norm ISO 31000:2009.

Die erste logische Folge dieser Definition ist:
  • Es gibt kein Risiko, wenn es kein Ziel gibt.
Die zweite logische Folge dieser Definition ist:
  • Ein Ziel ohne Prozess oder Projekt (die zu einem Ziel führen) ist sinnlos.
Die Definition von Risiko braucht das Konzept des Ziels und das Konzept des Prozesses oder des Projekts. Ziel, Prozess oder Projekt und Risiko stehen unter einer Verantwortung, die im theoretischen Idealfall Eine Person als Zieleigner, Prozess- oder Projekteigner und Risikoeigner (definiert in der internationalen Norm ISO 31000:2009) ist. Die Definition rückt Ziele in die Mittelpunkt der Führung des Unternehmens. Ziele sind Führungsgrößen für Prozesse.

Samstag, 17. Dezember 2011

Die Buchempfehlung für Qualitätsmanager

Unser Qualitätsverständnis ist mit unverständlichen Normen standardisiert. Qualität ist Quotenkalkül des mathematischen Quotienten aus Erfüllung und Erwartung ausgedrückt durch möglichst hochprozentige Kundenzufriedenheit, die oft nicht mehr und nicht weniger bedeutet als der relative Anteil von Kunden, der nicht reklamiert hat. Es gab einst etwas Anderes vor der Erfindung der Qualität. Man kann es mit Meisterschaft bezeichnen.

In seinem Essay Lob der Meisterschaft hat der Japaner Tanizaki Jun'ichiro  das Verständnis des Meisterhaften und Meisterlichen in Worte gefasst. Es geht um Funktion und um Perfektion. Es ist sowohl "form follows function" als auch "function follows form". Der Meister entscheidet, wie weit er Material, Design, Entwicklung, Konstruktion und Produktion als Einheit treibt bis er selbst zufrieden ist. Er setzt den Maßstab der Anforderung und er müht sich um die Erfüllung seines Maßstabs. Er ist der Meister. Solche Meisterstücke gibt es durchaus noch und wieder nicht nur im handwerklichen, sondern auch im industriellen Bereich. Nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland und anderswo. Manche dieser Gegenstände (Es widerstebt mir, sie Produkte zu nennen.) sind minimalistisch im Design und maximalistisch in der Funktion. Sie sind in sich selbst widerspruchsfrei und kommen mit ihrem Nutzer zu einer Einheit. Sie sind nicht mit einer Kennzahl für Qualität zu beurteilen. Sie entziehen sich erst recht einer kostenbezogenen Qualitätsmessung oder -bewertung. Sie haben keine Marktpräsenzdauer und keinen Modellzyklus, die kürzer als die gesetzliche Gewährleistungsfrist für Produkte sind. Nicht die "cost of ownership" ist ihr Kriterium, sondern der "benefit of use". Es gibt solche Gegenstände. Es gibt eine solche Selbstverwirklichung eines Meisters. Und es gibt geneigte Menschen, die solche Gegenstände und ihre Meister schätzen.

Und es gibt diesen lesenswerten Essay in deutscher Übersetzung vom Manesse Verlag. Garantiert frei von der Normensyntax und Normensemantik der DIN EN ISO 9001.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Die Filmempfehlung für Risikomanager

Einem geneigten Leser verdanke ich diese Filmempfehlung für Risikomanager / Risikoanalysten:

"... und dann kam Polly" / "... along came Polly" - mit Jennifer Aniston und Ben Stiller (Universal Studios, Universal City, 2004)

Bringt die treffenden Analysen über das extrem gefährliche Leben: Z. B. "Jede siebte Erdnuss an einer Bar weist Spuren von Urin auf."

Eine Empfehlung zur Fort- und Weiterbildung während der besinnlichen Jahreszeit bezüglich des Lebens - ganz ohne Testat und Zertifikat / ganz ohne ISO-Normen nur mit den ungeschriebenen Gesetzen des Lebens. Legendär die Kennzahlen zur Optionsbeurteilung von Polly und Lena mit einer Risikoanalysesoftware.

Montag, 21. November 2011

Risiko: Rohstoffverfügbarkeit

In den letzten Monaten rückten sie wiederholt in das Medieninteresse: Rohstoffe und ihre Verfügbarkeit. Aus der Sicht der Industrie und Wirtschaft geht es um
  • Mengen
  • Preise
  • Termine
sowohl für strategische Rohstoffe für neue Technologien (Stichwort: Seltene Erden) als auch für operative Rohstoffe im Sinne von Commodities (Stichwort: Öl). Risiken dieser Verfügbarkeit resultieren aus möglichen fehlenden Mengen, möglichen nicht einzuhaltenden Lieferterminen und möglichen ungeplanten Preisen.

Es sind nicht nur "Die Grenzen des Wachstums" (Meadows, 1972), deren wichtigste Aussage war, dass Ressourcen endlich sind. Die Endlichkeit der Ressourcen ist kein Risiko, sondern ein Fakt. Mit der Endlichkeit der Ressourcen werden Politik und Kriege gemacht. Neben den politischen Risiken eines Global Sourcing von Rohstoffen kommen vermehrt auch Risiken aus Preisbildungen an Rohstoffbörsen, die offensichtlich nicht mit realer Ware, sondern mit virtueller Ware handeln. Vermehrt wird Handel mit Optionen auf Ware von Marktteilnehmern getrieben, die weder Erzeuger, noch Verbraucher geschweige denn klassischer Händler sind.

Das Steinbeis-Transferzentrum CER - Chemical Economics Research - von Prof. Dr.-Ing. Rolf Jakobi nimmt sich speziell dieser Thematik an. Es ist zu finden unter: http://www.cer-stw.com/.