Prognose und Ziel: Beide sind Begriffe, die sich auf einen Sachverhalt in der Zukunft beziehen.
Eine Prognose ist ein vorhergesehener Zustand eines Sachverhalts in der Zukunft.
Eine Ziel ist ein ausgewählter Zustands eines Sachverhalts in der Zukunft.
Beispiel zum Sachverhalt Jahresumsatz:
Die Prognose des Umsatzes in 2012 wird umso präziser, je näher der 31.12.2012 ist.
Das Ziel des Umsatzes in 2012 bleibt so wie es gesetzt wurde unabhängig von der zeitlichen Nähe zum 31.12.2012.
Praxis:
Das Ziel wird (oft) festgehalten, bis es erreicht oder nicht erreicht wird.
Die Prognose wird erneuert, wenn sich die Informationsgrundlage verändert hat.
Erfahrung:
Weichen Prognose und Ziel von einander ab, liegt ein Risiko vor.
Vor dem Hintergrund beruflicher Interessen und Erfahrungen mit Risikomanagement als Manager, Unternehmer, Autor, Dozent, sowie Gründer und Leiter des Steinbeis-Transferzentrums (STZ) Risikomanagement schreibe ich in diesem Blog meine Meinung.
Dienstag, 9. Oktober 2012
Sonntag, 16. September 2012
Risikotragfähigkeit
... eigentlich ein ganz anschaulicher Begriff:
- Welches und wie viel Risiko kann ich tragen?
Tragen heißt, ich kann es ertragen, wenn das Risikoereignis eintritt und das virtuelle Risiko zu einem realen Schaden und Verlust wird.
Konkret wird das an einem Szenario: Ich habe 1 Euro unter einer Gewinnerwartung von 10 Euro bei einem bestimmten zukünftigen Ereignis gesetzt. Ich bin mit einem Einsatz von 1 Euro in ein Wagnis gegangen. Die Risikobewertung sagt den Verlust des Einsatzes mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 %, so das Szenario des Ereignisses, voraus. Bei Eintritt des Schadens- und Verlustereignisses ist der 1 Euro weg. Bei Eintritt des Gewinnfalls beträgt der Gewinn 10 Euro.
Wenn ich ein solches mit einem Spiel verbundenes Wagnis eingehe, sollte ich den Schaden von 1 Euro tragen können. Im schlimmsten Fall (worst case) ist 1 Euro der Totalverlust aus dem Wagnis. Im besten Fall (best case) tritt ein Zugewinn von 9 Euro ein. Nach der Risikobewertung ist die Verlustwahrscheinlichkeit 95 % und die Gewinnwahrscheinlichkeit 5 %. In jedem 20 Spiel würde ich 9 Euro zugewinnen. in 19 von 20 Spielen würde ich jeweils 1 Euro verlieren.
Der Spielkick ist der, dass das nächste Spiel ein Gewinnspiel für mich sein könnte.
Die Risikotragfähigkeit ist bei einem einmaligen Spiel der Totalverlust des Wagnisses.
Der Spielkick ist der, dass das nächste Spiel ein Gewinnspiel für mich sein könnte.
Die Risikotragfähigkeit ist bei einem einmaligen Spiel der Totalverlust des Wagnisses.
Dienstag, 21. August 2012
ISO 31000:2009 - Die fünf Abschnitte des Standards Risikomanagement
Die fünf Abschnitte des Standards ISO 31000:2009 Risikomanagement
Es mag ganz nützlich sein, den Inhgalt der Normabschnitte jeweils auf eine W-Frage zu reduzieren:
1. Risikomanagement: Festlegung System
Abgrenzung des Risikomanagements (Was ist drin? Was ist draußen?)
2. Risikomanagement: Definition Begriffe
Regelung einer Semantik von 29 Begriffen (Was ist Risiko? Was ist ... ?)
3. Risikomanagement: Normative Grundsätze
Aufstellen von 11 (individuellen) Geboten als Grundlage (Was ist das Fundament?)
4. Risikomanagement: Strategischer Rahmen
Einführung und Betreiben nach dem (generischen) PDCA-Konzept (Wie sieht der Rahmen mit Planung, Durchführung, Prüfung, Verbesserung aus?)
5. Risikomanagement: Operativer Prozess
Tagesgeschäft der Umsetzung der Strategie (Wie erfolgt die Durchführung der Maßnahmen?)
Es mag ganz nützlich sein, den Inhgalt der Normabschnitte jeweils auf eine W-Frage zu reduzieren:
1. Risikomanagement: Festlegung System
Abgrenzung des Risikomanagements (Was ist drin? Was ist draußen?)
2. Risikomanagement: Definition Begriffe
Regelung einer Semantik von 29 Begriffen (Was ist Risiko? Was ist ... ?)
3. Risikomanagement: Normative Grundsätze
Aufstellen von 11 (individuellen) Geboten als Grundlage (Was ist das Fundament?)
4. Risikomanagement: Strategischer Rahmen
Einführung und Betreiben nach dem (generischen) PDCA-Konzept (Wie sieht der Rahmen mit Planung, Durchführung, Prüfung, Verbesserung aus?)
5. Risikomanagement: Operativer Prozess
Tagesgeschäft der Umsetzung der Strategie (Wie erfolgt die Durchführung der Maßnahmen?)
Sonntag, 19. August 2012
(Un) Sicherheit - (noch) ein generischer Zustand - und Risikomanagement
Zitat aus dem Standard ISO 31000:2009 / 3. Grundsätze d
(deutsche Übersetzung aus dem Normenentwurf DIN E 31000:2011):
3. d „Risikomanagement befasst sich ausdrücklich mit
Unsicherheit.“
Die naheliegende Frage ist, ob sich Risikomanagement auch
mit Sicherheit befasst, wenn es sich nach dem ISO Grundsatz ausdrücklich mit
Unsicherheit befasst. Worte und Begriffe im Themenfeld Risiko sind ein
beliebtes Gebiet für semantische Definitionen und Interpretationen.
Verschiedene Organisationen und Institutionen werden in Verbindung mit
Definitions- und Interpretations- / -Hoheit, -Autorität oder -Anmaßung
gebracht.
Sicherheit ist in verschiedenen DIN-Normen durch eine
negative Definition mit einer Sprachregelung hinterlegt. Danach ist Sicherheit
sinngemäß wie folgt zu verstehen:
Ein Sachverhalt ist dann in einem Zustand der Sicherheit,
wenn Risiken bestimmter Art und bestimmter Größe nicht vorhanden sind.
Im Zustand von Sicherheit sind die mit einem Sachverhalt
verbundenen Werte sicher.
Im Zustand von Unsicherheit sind die mit einem Sachverhalt
verbundenen Werte unsicher.
Offenbar ist in der Welt der Standards eine schizophrene
Spaltung vorhanden:
· Die Einen
sprechen von Sicherheit.
· Die Anderen sprechen von Risiko.
Die Einen sprechen nicht mit den Anderen.
Im Sinne von Integration sollten die Einen mit den Anderen
sprechen.
Zu den populären Sicherheiten in Unternehmen gehören:
·
Revisionssicherheit
·
Rechtssicherheit
·
Produktsicherheit
·
Arbeitssicherheit
·
Kontinuitätssicherheit
·
Datensicherheit
·
Investitionssicherheit
· u. a.
Sicherheit ist ein plakativer Begriff:
·
Sicherheitsabstand
·
Sicherheitsproblem
·
Sicherheitsdatenblatt
·
Sicherheitsschulung
·
Datensicherheit
·
Und Versicherung von Werten gibt auch noch ...
Freitag, 3. August 2012
Irrtum: Risikomanagement ...
... managt kein Risiko!
Risikomanagement managt eine Sache oder einen Sachverhalt. Die Sache oder der Sachverhalt hat einem bestimmten Wert für eine bestimmte Interessensgruppe. Die Sache oder der Sachverhalt ist der zukünftigen und mehr oder weniger ungewissen Entwicklung ausgesetzt. Die Ungewissheit hat Risiken oder Chancen zur Wirkung.
Risikomanagement ist zielgeführtes Management einer Sache oder eines Sachverhalts mit der Perspektive auf die Eigenschaft Risiko als Kriterium.
Die Interessensgruppe, die am Wert des Sachverhalts interessiert ist, ist an dem Risiko eines Wertverlusts und der Chance eines Wertgewinns interessiert.
Sonntag, 22. Juli 2012
Was ist ein Risikomanagement nach der Norm ISO 31000:2009?
Wäre die ISO 31000:2009 eine "Anforderungsnorm" (wie die ISO 9001:2008) deren Erfüllung durch eine Zertifizierung nachzuweisen wäre, wäre ein Risikomanagement nach der ISO 31000:2009 ein Risikomanagement, welches den Inhalten (insbesondere den Anforderungen") entspricht. Jetzt enthält die ISO 31000:2009 keine Anforderungen, sondern Grundsätze und Leitlinien (in Österreich: Richtlinien), und ist nicht zur Zertifizierung vorgesehen (... kann aber zertifiziert werden ...). Die ISO 31000:2009 ist aber eine "Leitliniennorm", die keine Anforderungen stellt, sondern Leitlinien gibt. Bei einem Risikomanagement kann man durchaus auf Inhalte und Strukturen der ISO 31000:2009 zurückgreifen, braucht dies aber nicht so unbedingt zu tun. So können in Anlehnung an Abschnitt 2 "Terms and Definitions" durchaus Begriffe eines individuellen Vokabulars genutzt werden. Die vorgegebenen Begriffe sind nicht generisch. Ebenfalls können in Anlehnung an Abschnitt 3 "Principles" eigene und individuelle Grundsätze formuliert werden und die vorgeschlagenen Grundsätze entweder modifiziert oder ersetzt, oder ersatzlos gestrichen werden. Die vorgegebenen Grundsätze sind nicht generisch. Die Leitlinien des Abschnitts 4 "Framework" und des Abschnitts 5 "Process" werden, da sie generisch sind, übernommen und gegebenenfalls modifiziert.
Risikomanagement - Grundsätze des Standards ISO 31000:2009
Der Risikomanagementstandard ISO 31000:2009 "Risk Management - Principles and Guidelines" bringt in seinem Abschnitt 3 "Principles" einen Satz von 11 Grundsätzen mit.
Diese Grundsätze bringen Verständnis und sorgen für Unverständnis gleichermassen!
Beispiel - Abschnitt 3 h: "Risk management takes human and cultural factors into accout."
Dazu der Kommentar eines Vorstands: "Kann ich nicht brauchen; bei uns geht es um Zahlen, Daten und Fakten."
Beispiel - Abschnitt 3 b: Risk management is an integral part of all organizational processes."
Dazu der Kommentar eines Beraters: "Macht klar, dass Risk Management nur "integriert" mit den Prozessen, insbesondere den wertschöpfenden und rechnungslegenden Prozessen des Unternehmens sinnvoll ist."
Über alle diese 11 Grundsätze lässt sich hervorragend diskutieren. Tatsache ist: Im Gegensatz zu den Abschnitten 4 "Framework" und 5: "Process", sind die Inhalte des Abschnitts 3 nicht generisch, sondern gehen von bestimmten grundlegenden Axiomen aus, die unternehmensspezifisch sind. Nicht jedes Unternehmen will "human and cultural factors" berücksichtigen. Es mag dazu gute Gründe haben. Nichts hindert es daran, als einen seiner eigenen Grundsätze z. B. "Risk management ist based on numbers, data and facts." zu formulieren und den nicht gewünschten Grundsatz der Norm zu streichen.
Diese Grundsätze bringen Verständnis und sorgen für Unverständnis gleichermassen!
Beispiel - Abschnitt 3 h: "Risk management takes human and cultural factors into accout."
Dazu der Kommentar eines Vorstands: "Kann ich nicht brauchen; bei uns geht es um Zahlen, Daten und Fakten."
Beispiel - Abschnitt 3 b: Risk management is an integral part of all organizational processes."
Dazu der Kommentar eines Beraters: "Macht klar, dass Risk Management nur "integriert" mit den Prozessen, insbesondere den wertschöpfenden und rechnungslegenden Prozessen des Unternehmens sinnvoll ist."
Über alle diese 11 Grundsätze lässt sich hervorragend diskutieren. Tatsache ist: Im Gegensatz zu den Abschnitten 4 "Framework" und 5: "Process", sind die Inhalte des Abschnitts 3 nicht generisch, sondern gehen von bestimmten grundlegenden Axiomen aus, die unternehmensspezifisch sind. Nicht jedes Unternehmen will "human and cultural factors" berücksichtigen. Es mag dazu gute Gründe haben. Nichts hindert es daran, als einen seiner eigenen Grundsätze z. B. "Risk management ist based on numbers, data and facts." zu formulieren und den nicht gewünschten Grundsatz der Norm zu streichen.
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