Donnerstag, 29. August 2013

Risikokennzahlen für Fortgeschrittene

Kennzahlen kommen aus dokumentierten und standardisierten Verfahren. Kennzahlen enthalten Daten aus dem Vorgang des Zählens und / oder dem Vorgang des Messens.

Risiko zu messen ist nicht trivial. Risiko ist eine virtuelle Größe in der Zukunft. Größen in der Zukunft sind prinzipiell mit einer Ungewissheit behaftet, die dem Risiko eigen ist.

Kennzahlen für Risiko enthalten ein Ausmaß der Wirkung des Eintritts von Risiko und ein Größe der Ungewissheit des Eintritts.

Der 1. „quasi-Standard“ ist das entsprechende Kennzahlenpaar, welches die Koordinaten der 2-dimensionalen Risikomatrix definiert.

Der 2. „quasi-Standard“ ist die Verteilungsfunktion eines Erwartungswertes unter der Wirkung von Risiko, wie er im idealisierten Grenzfall einer Gauss-Funktion ebenfalls auf ein Kennzahlenpaar (Mittelwert / Standardabweichung) reduziert wird.

Falls der Erwartungswert eines Ereignisses einer reinen Gauss-Funktion folgt, sind die zwei Parameter der Gauss-Funktion Messwerte für Risiko. Ist die Funktion nicht symmetrisch oder weicht nahe der Grundlinie von der Gauss-Funktion ab, kommen weitere Messwerte und damit Kennzahlen dazu. Ist diese Abweichung von der Gauss-Funktion beträchtlich, ist eine Reduzierung auf zwei oder vier Kennzahlen oft nicht sinnvoll, da der Nutzen ihrer Interpretation unklar ist.


Erwartungswerte von Ereignissen können völlig verschiedenen Funktionen folgen. Die Funktion kann stetig, unstetig, kontinuierlich, diskontinuierlich, endlich oder unendlich sein. So hat der Erwartungswert des Würfelns einer „6“ den singulären Wert der statistischen Wahrscheinlichkeit 1/6.

Montag, 12. August 2013

Risiko – zwischen Ursache und Wirkung

Risiko wird oft in Bezug zu seiner Wirkung definiert:
z. B.: „Risiko ist der mögliche Verlust von Geldwert.“

Risiko wird gelegentlich in Bezug zu seiner Ursache definiert:
z. B.: „Risiko ist die Volatilität des Einkaufspreises.“

In diesem Beispiel ist die Wirkung von Risiko ein „möglicher Verlust“ und die Ursache von Risiko ein „volatiler Preis“.


Es ist leicht zu erkennen, dass die zwei Definitionen komplementär zueinander sind. Risikobewertung (Wie groß ist das Risiko?) nutzt die wirkungsbezogene Definition. Risikosteuerung (Was wird mit dem Risiko gemacht?) nutzt die ursachenbezogene Definition.

Samstag, 27. Juli 2013

Risikomatrix: Einfache Frage - komplizierte Antworten

Kürzlich wurde über die Einträge in eine klassische zweidimensionale Risikomatrix -
Dimension 1: Eintrittswahrscheinlichkeit in Prozent
Dimension 2: Wirkungsausmaß in Euro
diskutiert.

Ein Eintrag war:
Risiko C (Eintrittwahrscheinlichkeit 30 % / Wirkungsausmaß 150.000 Euro).

Auf die Frage "Was ist mit den 70 %, die zu 100 % fehlen?" brach unter den "zertifizierten Risikomanagern / Risikomanagementbeauftragten" Streit aus.

Was ist Risiko? Welche Definition ist nützlich?

Die Frage "Was ist Risiko?" wird immer wieder mit neuer Semantik beantwortet.

Zwei verschiedene Definitionen, die für viele stehen:

(1) Risiko: 
Die Möglichkeit der negativen Entwicklung der Fähigkeit eines Unternehmens zukünftig Überschüsse zu erwirtschaften.    

(2) Risiko:
Der zukünftige und mögliche Wertverlust für ein Unternehmen aus der Wirkung einer Gefahr auf Werte durch Abweichung zwischen erreichtem Ergebnis und geplantem Ziel.

(1) Stammt aus dem Umfeld von Wirtschaftsprüfern und bezieht sich prosaisch auf die Lage des Unternehmens.

(2) Ist sowohl ursachen- ("Gefahr") und wirkungsbezogen ("Wertverlust") auf ein Unternehmen.

Beide Definitionen sind durchaus verträglich miteinander. Eine zielbezogene Definition (wie in dem Standard ISO 31000) ist vergleichbar mit der Definition 2. Eine ergebnisbezogene Definition (wie in den Risikoberichten einiger großer AGs) ist ebenfalls vergleichbar mit der Definition 2.

Scheinbar exotischere Formulierungen, wie die Rückführung von Risiko auf Volatilität ergebnisrelevanter Faktoren oder Komplexität der Organisation lassen sich problemlos mit der Definition 2 vereinbaren.

Die Frage "Welche Definition ist nützlich?" ist wichtig.

(1) Definition 1 hat beschreibenden Charakter und nutzt entsprechend Worte.

(2) Definition 2 hat ebenfalls beschreibenden Charakter mit Worten, die sich recht direkt mit der Praxis, Risiko mit den zwei Größen Wahrscheinlichkeit ("möglich") eines Ereignisses und Folge ("Wirkung") eines Ereignisses all Messgrößen und Kennzahlen für Risiko vereinbaren lassen.

Everything goes!

Montag, 22. Juli 2013

Die wichtigen fünf Fragen …

generisch:

1. Was ist ein Risiko?
2. Wer trägt die Verantwortung?
3. Wie groß ist das Risiko jetzt?
4. Wie groß soll das Risiko sein?
5. Was ist zu tun?

Die entsprechenden fünf Antworten …

individuell:

1. …
2. …
3. …
4. …

5. …

Sonntag, 21. Juli 2013

SI VIS - how to find risks / Risiken finden

SI VIS is an acronym of a management tool for risk management which stands for

S: Stakeholder: Interessierter, Interessierte Partei
I: Issue: Sache, Sachverhalt
V: Value: Wert
I: Interest: Interesse
S: Situation: Lage in Bezug auf günstige und gefährliche Umstände

and provides an easy and fool-prof pathway to identify risks and opportunities. It works nicely hand-in-hand with SWOT, a complementary tool for the search and identification of risks and opportunities of any kind for any organization.

The principle:
Stakeholders look at a certain Issue and thus give it a Value. Their Interest in the Situation is related to risk (dangerous circumstances) and opportunity (favorable circumstances).

The context:
This method will be applied in Clause 5 "Risk Management Process" / 5.3 "Establishing the context" in Standard ISO 31000.

The broadside:
Unfortunately, the standard IEC/ISO 31010 does neither address SWOT nor SI VIS.

The history:
SI VIS did evolve from practical work with the risk management Standards ISO 31000 and 31010.

Semantic note:
SI VIS is Latin and essentially means "If you want".

Legal note:
SI VIS is not registered as intellectual property, utility patent or similar and can be used freely like any other public domain procedure.

Donnerstag, 4. Juli 2013

... das Leben vorwärts und rückwärts ...

"Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden."

(S. A. Kierkegaard)

Das Zitat ist ebenso zutreffend für das Verständnis von Risiko. Ein Risiko als virtuelles Ereignis in der Zukunft ist schwer zu verstehen. Ein Schaden als reales Ereignis in der Vergangenheit ist leicht zu verstehen.